Hört Ihr Handy mit? So schalten Sie personalisierte Werbung und unnötiges Tracking ab

Fast alle Smartphone-Nutzer kennen das Gefühl: Man unterhält sich über ein bestimmtes Thema und kurze Zeit später erscheint genau dazu Werbung auf dem Handy. Schnell kommt der Verdacht auf: „Hört mein Smartphone heimlich mit?“

Tatsächlich sammeln Smartphones und Apps viele Daten über unser Nutzungsverhalten. Diese Informationen werden genutzt, um Werbung besser auf unsere Interessen abzustimmen. Wer mehr Kontrolle über seine Privatsphäre haben möchte, kann jedoch einige Einstellungen anpassen.

Hört das Smartphone wirklich mit?

Für viele Werbeanzeigen gibt es eine einfachere Erklärung als heimliches Mithören. Moderne Werbesysteme analysieren unter anderem:

  • Suchanfragen
  • besuchte Webseiten
  • App-Nutzung
  • Standortdaten
  • Interessenprofile
  • frühere Käufe

Dadurch können Werbeanbieter oft erstaunlich genau vorhersagen, welche Themen für Sie interessant sein könnten. Android und viele Apps nutzen dafür sogenannte Werbe- und Personalisierungsfunktionen. Diese lassen sich teilweise deaktivieren.

Personalisierte Handy-Werbung reduzieren

Wie Sie auf Apple-Geräten vorgehen können, zeigen wir oben im Video. Doch auch auf Samsung-Smartphones und anderen Android-Geräten können Sie verschiedene Einstellungen anpassen, um die Datensammlung einzuschränken.

Personalisierte Werbung deaktivieren

Unter Einstellungen > Datenschutz > Werbung können Sie die Werbe-ID neu erstellen lassen. Dadurch werden weniger Informationen für individuelle Werbeanzeigen genutzt.

Standortdaten sparsamer verwenden

Viele Anzeigen hängen vom Standort ab und einige Dienste greifen auf Standortinformationen zurück. Wer diese Funktion (Einstellungen > Standort) also nur bei Bedarf aktiviert, kann die Menge der gesammelten Daten reduzieren.

Diagnose- und Nutzungsdaten überprüfen

Smartphones senden oft anonymisierte Nutzungsdaten an Hersteller oder Dienstanbieter, um Produkte zu verbessern. Wer dies nicht möchte, kann entsprechende Optionen deaktivieren. Entsprechende Einstellungen dazu finden Sie direkt in Ihrem Google-Account oder unter Einstellungen > Google.

Mikrofon-Berechtigungen kontrollieren

Ein besonders sensibler Bereich ist der Zugriff auf das Mikrofon. Berechtigungen können Sie unter Einstellungen > Apps & Benachrichtigungen > App-Info prüfen. Wählen Sie dort eine App aus und öffnen Sie den Bereich „Berechtigungen“. Dort steht, auf was genau das jeweilige Programm Zugriff hat.

Apps sollten nur dann Zugriff aufs Mikrofon erhalten, wenn dies für ihre Funktion notwendig ist. Beispielsweise benötigen Telefon-, Sprachassistenten- oder Videokonferenz-Apps diese Berechtigung.

Alte Berechtigungen am Handy aufräumen

Allgemein ist es sinnvoll, nicht nur Mikrofon, sondern auch andere Berechtigungen zu prüfen. Unter dem Punkt Einstellungen > Datenschutz > Berechtigungsmanager ist das noch übersichtlicher aufgelistet als einzeln bei jeder App. Dort können Sie anzeigen lassen, auf welche Berechtigungen wie viele Apps Zugriff haben.

Kontrollieren Sie gelegentlich, wer Mikrofon, Kamera, Standort und Kontakte einsehen kann.

Vor allem Sprachassistenten wie Siri, Google Assistant oder Alexa sammeln gerne Daten. Falls Sie diese nicht nutzen, können Sie deren Funktionen ebenfalls einschränken oder deaktivieren.

Tipp: Denken Sie nicht nur an Berechtigungen, sondern auch an die Apps selbst. Viele Anwendungen sammeln mehr Daten als nötig. Entfernen Sie daher alte Apps regelmäßig, die Sie nicht mehr verwenden.

Spionage übers Handy: Mythos oder Realität?

Die Vorstellung, dass Smartphones ständig jedes Gespräch aufzeichnen, sorgt regelmäßig für Diskussionen.

Es gibt bisher keine öffentlich belegten Beweise, dass Android- oder iPhones im Normalbetrieb permanent alle Gespräche aufzeichnen und an Werbenetzwerke übertragen. Allerdings gab es immer wieder Fälle, in denen Apps unerwartet Mikrofonzugriffe hatten oder Sprachaufnahmen gespeichert wurden. Wir sind daher der Ansicht, dass diese Gefahr durchaus real ist.

Technisch wäre ein dauerhaftes Mithören zwar mit erheblichem Akku- und Datenverbrauch verbunden, dennoch kann dies im Hintergrund unbemerkt immer wieder vereinzelt geschehen. Personalisierte Werbung entsteht meist eher durch die Auswertung vieler anderer Datenquellen, etwa Suchverläufe, Webseitenbesuche oder Standortinformationen, aber die lokale Verarbeitung ist heute deutlich effizienter geworden als noch vor einigen Jahren.

Je weniger Daten Sie freiwillig preisgeben, desto besser können Sie Ihre Privatsphäre schützen.

Wichtig ist daher, sich zu informieren, wie genau Ihr Smartphone funktioniert. Wir helfen Ihnen beim einfachen Einstieg in viele verschiedene Modelle.

Und damit Ihr Smartphone nicht nur im Inneren, sondern auch Außen gut bedienbar bleibt, bieten wir übrigens auch nützlichen Zubehör für Ihr Handy an:

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